Arbeitnehmerüberlassung / Zeitarbeit
Zeitarbeit bzw. Arbeitnehmerüberlassung ist eine moderne Beschäftigungsform, die sich in Deutschland in den 60er Jahren gebildet und durch eine stetige Aufwärtsentwicklung am Arbeitsmarkt etabliert hat. Zeitarbeit setzt immer mindestens drei Beteiligte voraus: den Einsatzbetrieb (Entleiher), der Personalbedarf hat, das Zeitarbeitunternehmen (Verleiher), das gewerbsmäßig seine Arbeitnehmer an Einsatzbetriebe überlässt, und den Mitarbeiter des Zeitarbeitunternehmens( Leiharbeitnehmer). Für den Entleihbetrieb ist dieser Mitarbeiter eine Arbeitskraft auf Zeit, nämlich für Tage, Wochen oder Monate.

Arbeitnehmerüberlassungsvertrag
Das Zeitarbeitsunternehmen schließt mit dem Kunden (Entleiher) einen Vertrag über die Überlassung des Arbeitnehmers (Arbeitnehmerüberlassungsvertrag) und erhält für die Überlassung vom Entleiher eine Vergütung für jede produktive Arbeitsstunde.

Leiharbeitsvertrag
Das Zeitarbeitunternehmen (Verleiher) begründet zu dem Arbeitnehmer einen regulären Arbeitsvertrag und übernimmt alle üblichen Arbeitgeberpflichten (Lohnzahlung, Abführung von Lohnsteuern, Entrichtung von Sozialabgaben, nämlich Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung, gewährt dem Arbeitnehmer bezahlten Urlaub, leistet Entgeltfortzahlung im Krankheitsfalle, ist verantwortlich für die Einhaltung von Unfallverhütungsvorschriften und sonstigen Schutzgesetzen zugunsten des Arbeitnehmers etc.). Einzige Besonderheit ist, dass das Zeitarbeitunternehmen seine Mitarbeiter nicht auf eigenen Arbeitsplätzen einsetzt, sondern auf denen seiner Kunden, die vorübergehend Personalbedarf haben. Zeitarbeitnehmer erhalten die im Arbeitsvertrag vereinbarte Vergütung, die auch dann geleistet wird, wenn das Zeitarbeitunternehmen einmal keine Einsatzmöglichkeit hat.

Personalberatung
Der Bereich der Personalberatung umfasst entgeltliche und unentgeltliche Beratungen von Personal-Dienstleistern für Betriebe zur Unterstützung der Personalabteilungen. Im Regelfall wird die Personalberatung im Rahmen von Beratungsverträgen durchgeführt und auf Stundenbasis abgerechnet oder mit festen Projektetats ausgestattet. Es gelten hierfür die Bestimmungen der §§ 611 ff, 145 ff BGB. Zu den Leistungen eines Personalberaters gehören z.B. die Ideenumsetzung im Bereich Mitarbeitermotivation, psychologische Betreuung und Beratung bei der Personalauswahl, Erstellung von Personalauswahlverfahren uvm.

Personalvermittlung
Personalvermittlung beschäftigt sich mit der Vermittlung von neuen Mitarbeitern an Unternehmen und wird dabei sowohl für Arbeitgeber als auch für Bewerber und Arbeitsuchende tätig. Zeitarbeitunternehmen nehmen diese Aufgabe häufig zusätzlich zu ihrem eigentlichen Leistungsangebot wahr. Für Arbeitgeber übernehmen Personalvermittler – auf deren ausdrücklichen Auftrag – die Suche nach geeignetem Personal, die in der Regel sehr arbeits- und zeitintensiv ist: Anzeigen müssen geschaltet, Bewerbungsunterlagen gesichtet und Bewerbungsgespräche geführt werden. Dies alles kostet ein Unternehmen viel Zeit und Geld. Personalvermittler, für die diese Dienstleistung ihre Kernkompetenz ist, können diese Aufgabe kostengünstig übernehmen. Das Honorar des Personalvermittlers wird frei vereinbart.

Erlaubnis der Bundesagentur für Arbeit
Das Zeitarbeitunternehmen benötigt eine behördliche Erlaubnis. Diese wird im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit von den Regionaldirektionen der Arbeitsagenturen erteilt. Zuständig ist die Regionaldirektion, in dessen Bezirk das Zeitarbeitunternehmen seinen Sitz hat. Der Mitarbeiter darf seit 2004 in dasselbe Kundenunternehmen ohne zeitliche Beschränkung überlassen werden.

Interimsmanagement
Unter der Personal-Dienstleistung Interimsmanagement (Management auf Zeit) versteht man die beratungsmäßige bzw. auf Führungsebene personelle Unterstützung von Unternehmen in Krisenzeiten. Wenn das Unternehmen die Ursachen seiner Krise weitgehend kennt und das Problem beim Management liegt, das nicht in der Lage ist, die Krise zu bewältigen, wird ein so genannter Interimsmanager eingesetzt. Ihm obliegt es, die notwendigen Aufgaben des in der Krise befindlichen Unternehmens zu lösen. Der Interimsmanager wird oft im Rahmen eines Beratungsvertrags i.S.v. § 611 ff BGB mit „Dienstleistungen höherer Art“ tätig, als Vorstand oder Geschäftsführer, aber auch andere Rechtsgestaltungen sind möglich. Die Bedarfsfälle reichen von der kurzfristigen Besetzung von Vakanzen bis hin zum tief greifenden Veränderungsmanagement.

Arbeitnehmerüberlassungsgesetz
Das Recht der Zeitarbeit wird geregelt durch das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) vom 7.8.1972. Es hat im Wesentlichen folgende Zielrichtungen:
* Schutz der in der Zeitarbeit tätigen Arbeitnehmer, insbesondere arbeits- und sozialversicherungsrechtlicher Art
* Unterbindung illegaler Praktiken bei der gewerbsmäßigen Arbeitnehmerüberlassung
* Abgrenzung zur privaten Arbeitsvermittlung 

Überwachung
Die Regionaldirektionen überwachen die Tätigkeit der Zeitarbeitunternehmen durch regelmäßige Kontrollen. Bei Verstößen gegen das Gesetz können Auflagen erteilt und die erteilte Erlaubnis widerrufen werden.

Weisungsrecht
Der Arbeitnehmer tritt in keine arbeitsvertraglichen Beziehungen zum Einsatzbetrieb, erhält von diesem auch keine Vergütung und keine sonstigen Leistungen, ist aber für die Dauer des Einsatzes der Aufsicht und den Weisungen des Einsatzbetriebes unterworfen, da er in dessen Betrieb eingegliedert wird.